Gedenkveranstaltungen zum Tag der Befreiung am 8. Mai 2026

3. Mai 2026

Bautzen | 14.00 Uhr | Gedenkveranstaltung am Sowjetischen Ehrenmal (Militärfriedhof)

Chemnitz |16.00 Uhr | Gedenkveranstaltung auf dem Sowjetischen Friedhof

Dippoldiswalde |17.00 Uhr | Gedenkveranstaltung auf dem Sowjetischen Friedhof

Görlitz | 20:30 Uhr | Lieder über Widerstand und Verfolgung mit PirMoll im Café Hotti

Heidenau | 17.00 Uhr | Gedenkveranstaltung am Denkmal am Platz der Freiheit

Königstein | 16.00 Uhr | Einweihung eines Gedenkzeichens zum KZ-Außenlager Königstein am Bahnhof

Leipzig | 16.00 Uhr | Gedenkveranstaltung auf dem Ostfriedhof (Eingang Oststraße)

Leipzig | 18.00 Uhr | Vorstellung der Broschüre „Gespräche beim Tee“ über Maja Günther und offizielle Einweihung des Büros der VVN-BdA Leipzig im Erich-Zeigner-Haus (Zschochersche Str. 21)

Pirna-Rottwerndorf | 17.30 Uhr | Gedenkveranstaltung am Sowjetischen Ehrenmal

Ungarn: Antifaschismus wird kriminalisiert – Geschichtsrevision genehmigt

11. Februar 2026

Presseerklärung, Berlin 10.02.2026

Die Fédération Internationale des Resistants (FIR) – Association Antifasciste, die Dachorganisation von Partisanen, Veteranen des antifaschistischen Widerstands, Deportierter, Familienangehörigen und und heutiger Antifaschisten verurteilt gemeinsam mit dem Verband der ungarischen Widerstandskämpfer und Antifaschisten (MEASZ), der deutschen Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA), und dem österreichischen Bundesverband österreichischer Widerstandskämpfer und Antifaschisten, Opfer des Faschismus (KZ-Verband) den Umgang der ungarischen Regierung mit dem derzeit größten jährlichen Nazi-Aufmarsch zum „Tag der Ehre“ in Ungarn und das Urteil gegen Maja T.

Karl-Friedrich Zais verstorben

10. Februar 2026

Nach schwerer Krankheit ist unserer Kamerad Karl-Friedrich Zais aus Chemnitz am 31. Januar 2026 verstorben.

„Karli“ oder „KFZ“ wie er von vielen genannt wurde, wäre im Oktober 75 Jahre alt geworden. Der gelernte Elektromaschinenbauer war viele Jahre als Betriebsrat und Parteisekretär im Fritz-Heckert-Werk in Karl-Marx-Stadt (heute Chemnitz).
Er war seit 1999 Mitglied des Sächsischen Landtages und als wirtschaftspolitischer Sprecher seiner Fraktion (PDS/DIE LINKE) ein anerkannter Gesprächspartner.
Karl-Friedrich Zais engagierte sich in der IG Metall und war in der VVN-BdA auf Orts- und Landesebene aktiv.
Seit vielen Jahren war er Mitglied des Landesvorstandes der VVN-BdA Sachsen, dessen Arbeit er mit viel Engagement bereicherte.

Er wird uns fehlen und wir werden sein Andenken in Ehren halten. 

Der Bundesausschuss der VVN-Bund der Antifaschist:innen weist die Angriffe auf antifaschistische Strukturen in Leipzig-Connewitz zurück.

25. Januar 2026

Der Bundesausschuss der VVN-Bund der Antifaschist:innen weist die Angriffe auf antifaschistische Strukturen in Leipzig-Connewitz zurück. Wir verurteilen die Teilnahme von Mitgliedern unserer Vereinigung mit unserer Fahne an diesen Angriffen am 17. Januar 2026 und stehen solidarisch an der Seite unseres Mitglieds Jule Nagel und der angegriffenen Strukturen und Einrichtungen wie LinXXnet und Conne Island.

Magdeburg, 25.Januar 2026

Connewitz, 11. Januar 2016 – Zehn Jahre danach

12. Januar 2026

PEGIDA, die rassistische Gruppierung in Dresden, die zur Bewegung geworden war, strebte ihrem Höhepunkt entgegen. Ableger in anderen Städten entstanden, die nach dem gleichen Konzept, mit der gleichen Ideologie vorgingen. Sie wirkten als Beschleuniger der Rechtsentwicklung im Freistaat. Immer mehr sich als konservativ verstehende Politiker*innen kamen zu der Meinung, es sei doch eine gute Idee, den Anhängern dieser Bewegung zuzuhören und mit ihnen zu reden.

In Leipzig entstand so als Ableger LEGIDA, dominiert von Kadern der extremen Rechten und – seit ihrer ersten Demonstration deutlich erkennbar – noch eindeutiger auf der extremen Rechten zu verorten als das Original. Am 11. Januar 2016 fand erneut eine Demonstration von LEGIDA statt. 2.000 Menschen gingen dagegen auf die Straße.

Diese Konstellation nutzte eine Gruppe von weit mehr als 250 organisierten Neonazis, Kampfsportlern und rechten Hooligans, um in den links geprägten Stadtteil Connewitz einzufallen und dort eine Spur der Verwüstung zu ziehen. Es sollte eine Machtdemonstration werden. Konspirativ geplant und vorbereitet sollte nachdrücklich gezeigt werden, dass linke und antifaschistische Strukturen auch in ihrer Hochburg angreifbar sind. Es wurde zur geplanten Machtdemonstration. Und es scheiterte letztlich kläglich. Der allergrößte Teil des rechten Mobs wurde noch an Ort und Stelle festgenommen.

Juristisch ist dieser Angriff in SA-Manier inzwischen nach einer endlosen Reihe von Verfahren weitgehend abgeschlossen. 212 Angeklagte sind rechtskräftig wegen des besonders schweren Falls des Landfriedensbruchs verurteilt worden. Es gab nur zwei Freisprüche. Trotzdem kann das Ergebnis nicht befriedigen.

Die längste letzte Reihe der Welt

Erst zweieinhalb Jahre nach dem Überfall fand der erste Prozess statt. Weder wurden die Drahtzieher und Hintergründe des geplanten und koordinierten Angriffs ermittelt, noch gab es ernstzunehmende Konsequenzen für die Beteiligten. Unisono behaupteten die Angeklagten, nichts von dem geplanten Angriff gewusst, etwas gesehen oder sich daran beteiligt zu haben. Alle minimierten ihre eigene Rolle und behaupteten, nur ganz hinten mitmarschiert zu sein. Es muss sich demnach um die längste letzte Reihe der Welt gehandelt haben. Und natürlich gab es keine erste Reihe. Die verhängten Strafen können nur als ausgesprochen milde bezeichnet werden.

In einer Pressemitteilung zum Jahrestag des Überfalls auf Connewitz unterstreicht die linke Landtagsabgeordnete Juliane Nagel, die dort auch ihr Wahlkreisbüro, das Linxxnet, hat: „Für die Beteiligten bleibt das Bewusstsein, wie wichtig Solidarität und der gemeinsame Kampf gegen Faschismus sind. Das wird den Stadtteil und seine Bewohnerinnen und Bewohner weiter zusammenhalten.“ Ja, Solidarität ist eine Waffe. Und Connewitz ist ein Beleg dafür, dass diese Waffe keineswegs stumpf ist.

Ten Years After: Ein neuer Marsch auf Connewitz

Ob diese Waffe weiterhin vorhanden ist, muss sich jetzt – pünktlich zum 10. Jahrestag – bei einem erneuten Marsch auf Connewitz herausstellen. Für den 17. Januar 2026 rufen Gruppen, die sich selbst als „palästinasolidarisch“ charakterisieren, zu einem Marsch durch Connewitz auf. Explizite Ziele dabei sind Juliane Nagel als Person, das Linxxnet und das linke soziokulturelle Zentrum Conne Island.

Der Vorwurf: die angesprochenen Ziele seien „zionistisch“, „rassistisch“, „ultradeutsch“. Sie seien nicht links, sondern rechts. Wer antifaschistisch sein wolle, müsse auch „palästinasolidarisch“ sein. Ansonsten sei man „Zionist“. Bei Handala, einer der zur Demonstration aufrufenden Gruppen, heißt es dazu in einem Post, in dem sie sich von den Angeklagten im Antifa-Ost-Verfahren entsolidarisieren, wörtlich: „Zionisten sind keine Antifaschisten, sondern Herrenmenschen, die auf den Gräbern unserer Märtyrer tanzen.“ Von ähnlicher Qualität sind die restlichen Vorwürfe. Sie disqualifizieren sich selbst.

Natürlich ist es möglich, für das Existenzrecht Israels einzutreten und gleichzeitig die rechte, in Teilen faschistische Regierung Netanjahus zu verurteilen. Tausende und abertausende Menschen stellen das jede Woche in Israel bei ihren Demonstrationen gegen diese Regierung unter Beweis. Und natürlich kann man gegen jeden Antisemitismus sein und gleichzeitig solidarisch mit der leidenden Bevölkerung in Gaza sein. Bei den „palästinasolidarischen“ Gruppen scheint es allerdings eher so zu sein, dass sie ihre Aufgabe darin sehen, den Kurs der Hamas propagandistisch zu unterstützen.

Zehn Jahre später wird es also einen zweiten Marsch auf Connewitz geben. Andere Akteure, gleiches Feindbild. Diesmal ist man vorbereitet. Der Stadtvorstand der Linkspartei hat sich von dieser Demo distanziert. Und an diesem 17. Januar wird es, Treffpunkt Connewitzer Kreuz, Gegenaktionen geben. Zahlreiche Leipziger Gruppen rufen dazu auf, Unterstützung gibt es auch aus anderen Städten. Es gilt, antifaschistische Strukturen und Einrichtungen zu schützen. Einerlei von wem sie angegriffen werden.

Kerstin Köditz
Landessprecherin der VVN-BdA Sachsen e.V.

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