Spätestens seit der Weimarer Republik war Antisemitismus eine zentrale Triebkraft antidemokratischer Bewegungen. Die Putschversuche von 1920 und 1923 verbanden den Angriff auf die junge Demokratie mit offenem Judenhass und mündeten schließlich nach der Machtübertragung an die Nationalsozialisten in der Reichspogromnacht 1938, in der sich der lange geschürte Hass in staatlich gelenkter Gewalt entlud.
Heute zeigt sich erneut ein alarmierender Anstieg antisemitischer Vorfälle, besonders in Sachsen. Übergriffe, Beleidigungen und Angriffe auf jüdische Einrichtungen nehmen stark zu. Rechtsextreme Ideologien, verschwörungsideologische Milieus wie während der Corona-Proteste und die Reaktionen auf den Überfall der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 verbreiten antisemitische Stereotype weit über extremistische Gruppen hinaus.
Der daraus erwachsene klare Auftrag: „Nie wieder“ darf kein bloßes Erinnerungsritual sein, sondern muss zu entschiedenem Handeln führen. Antisemitismus muss heute, überall und konsequent bekämpft werden, damit sich keine gesellschaftliche Stimmung bildet, die Ausgrenzung und Gewalt erneut ermöglicht. Denn Demokratie lässt sich nur in der Demokratie schützen – danach ist es zu spät.
Unsere Landessprecherin Kerstin Köditz war zur Gedenkveranstaltung an die Novemberpogrome 1938 in Zwickau eingeladen eine Rede zu halten. Nachfolgend dokumentieren wir diese Rede.
