Erste Landeskonferenz 2026 der VVN-BdA Sachsen – Finanzen, Friedenspolitik, Zukunftssicherung
14. Juni 2026

Am 30. Mai fand im „Haus der Vereine“ in Frankenberg die erste Landeskonferenz (LaKo) der VVN-BdA Sachsen e. V. 2026 mit ca. 40 Mitgliedern statt. Im Mittelpunkt der Zusammenkunft standen die finanzielle Situation des Landesverbandes, notwendige Strukturreformen sowie die Vorbereitung auf mögliche politische und wirtschaftliche Herausforderungen der kommenden Jahre. Die Konferenz gedachte zudem mit einer Schweigeminute unseres verstorbenen Mitstreiters Karl-Friedrich Zais.
Den Schwerpunkt der Veranstaltung bildete der Bericht des Landesvorstandes zur Finanzlage mit Möglichkeit zur Aussprache. Insgesamt kann weiterhin von einer stabilen Finanzlage gesprochen werden, welche jedoch mit Problemen in der Struktur und der Mitgliederentwicklung konfrontiert sein wird.
Des Weiteren wurde über die teils gewünschte und auch strategisch geplante Zentralisierung der Kontoführung des Landesverbandes Sachsen informiert. Hintergrund sind vornehmlich praktische Probleme in einzelnen Regionalverbänden, etwa, wenn bisherige Kontoverantwortliche verstorben sind und keine geregelte Nachfolge vorhanden ist, aber auch Nachweispflichten, von denen unsere Gemeinnützigkeit abhängt, gegenüber den Finanzämtern.
Am Nachmittag fand in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung eine Debatte zur Friedenspolitik unter dem Titel „Auf dem Weg in die (rechte) Militärrepublik?“ statt. Vor allem seit dem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine ist das Thema sowie unsere Position dazu wieder äußerst relevant. Nachdem es einen fundierten Input zu Realitäten der deutschen Kriegs- und Aufrüstungspolitik von Tobias Pflüger (Informationsstelle Militarisierung e. V.) gab, wurde in Kleingruppen an drei Themen-Tischen nacheinander zum Thema diskutiert.

im Bild: Tobias Pflüger (Informationsstelle Militarisierung e. V.)
Betont wurden hierbei auch die Einflussnahme und Besetzung dieses Themas durch die radikale Rechte, welche innerhalb der letzten Jahre die gealterten Strukturen und Netzwerke der einst so starken Friedensbewegung insbesondere in Ostdeutschland erfolgreich unterwandern und teils auch übernehmen konnte. Dies führt fortlaufend zu anhaltenden Kontroversen auch innerhalb unserer Vereinigung. Wir konnten jedoch konkrete Punkte erarbeiten, in welchen wir Möglichkeiten zum Widerstand und Aktivismus gegenüber dieser rechten Gemengelage sehen.
Die Ergebnisse werden auf Ebene des Landesvorstandes nochmal aufgearbeitet, um damit die Regionalverbände in ihrer lokalen Arbeit gegen die rechten Akteure in der Friedensbewegung zu unterstützen.
Zur Stadt Frankenberg gehört auch der Gedenkort an das frühe KZ Sachsenburg. Wir nutzten die Nähe, um an das Leiden der dort Inhaftierten zu erinnern. Steffen Richter sprach vom Schicksal seines Großonkels und den Schwierigkeiten des Gedenkens, wenn Erinnerungen an Orte und Personen verschwinden. Auch hier haben wir als VVN-BdA die Verantwortung, dies zu verhindern.

Die zweite LaKo wird am 12. September in Leipzig stattfinden. Neben internen Fragen wird die Erinnerung an den Spanischen Bürgerkrieg und die internationalistische Unterstützung für die republikanischen Kräfte auf der Tagesordnung stehen. Außerdem ist im Anschluss auch wieder eine thematische Debatte in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen geplant, bei der „Faschisierung“ im Mittelpunkt stehen soll. (Mats Schuchhardt)
Broschüre der Rosa-Luxemburg-Stiftung/Informationsstelle Militarisierung e.V.
Alexander Kleiss, Merle Weber: Warum die AfD keine Friedenspartei ist:
